Eine R-Matten Biegeliste erstellen Sie immer dann, wenn R-Lagermatten nicht flach, sondern als abgekantete oder aufgebogene Elemente in ein Bauteil eingebaut werden. Anders als bei der reinen Flächenbewehrung reicht dann die Angabe von Mattentyp und Stückzahl nicht mehr aus – die Werkstatt oder der Biegebetrieb benötigt eine vollständige Positionsliste mit Biegeformen, Maßen und Gewichten. Da R-Matten nach DIN 488 einachsig tragend ausgeführt sind, muss die Biegeliste zusätzlich die Tragrichtung eindeutig dokumentieren, damit der stärkere Längsstahb an der richtigen Stelle liegt.
Dieser Beitrag zeigt, welche Angaben eine normgerechte Biegeliste enthält, wie Sie Positionen sinnvoll aufbauen und welche Fehler beim Erstellen einer R-Matten Biegeliste am häufigsten zu Reklamationen führen.
Was gehört in eine R-Matten Biegeliste?
Eine vollständige R-Matten Biegeliste nach DIN 488 und DIN EN ISO 3766 enthält für jede Position mindestens die folgenden Angaben. Nur wenn diese Felder eindeutig ausgefüllt sind, kann der Biegebetrieb die Bewehrung ohne Rückfrage fertigen:
- Positionsnummer – eindeutige Kennung je Biegeform
- Mattentyp – z. B. R257A, R335A, R424A, R513A
- Stückzahl je Position
- Rohmaß (Länge × Breite der Ausgangsmatte)
- Biegeform mit Formkennung und Einzelmaßen a, b, c …
- Tragrichtung des Längsstahls (einachsig tragend)
- Betonstahl-Sorte B500A bzw. B500B
- Einzelgewicht und Gesamtgewicht je Position
Ergänzend gehören Bauteilbezeichnung, Zeichnungsnummer und Revisionsstand in den Kopf der Liste. So bleibt die Bewehrung auch bei Planänderungen nachvollziehbar.
R-Matten Biegeliste: Positionen richtig aufbauen
Beim Aufbau der R-Matten Biegeliste gilt: eine Biegeform = eine Position. Identische Matten mit gleicher Biegeform und gleichem Maß werden zu einer Position mit entsprechender Stückzahl zusammengefasst. Weicht auch nur ein Schenkelmaß ab, entsteht eine neue Position. Diese Disziplin verhindert, dass auf der Baustelle Elemente verwechselt werden.
Da R-Matten einachsig tragen, muss die Tragrichtung in jeder Position vermerkt sein. Wird eine Matte um 90° gedreht eingebaut, ändert sich die statische Wirkung grundlegend – die tragenden Längsstäbe lägen dann quer zur Spannrichtung. In der Biegeliste kennzeichnen Sie die Tragrichtung deshalb eindeutig, etwa durch einen Richtungspfeil in der Biegeformskizze. Details zum Aufbau der Matten finden Sie auf unserer Übersichtsseite zu Baustahlmatten.
Biegeformen und Maße in der R-Matten Biegeliste
Die Biegeformen für R-Matten werden nach DIN EN ISO 3766 dargestellt. Übliche Formen bei Lagermatten sind gerade Zuschnitte, einfach abgekantete Winkel (L-Form) und U-förmige Kappmatten. Jede Form erhält eine Formkennung, die zusammen mit den Einzelmaßen die Geometrie eindeutig beschreibt.
| Biegeform | Beschreibung | Maßangaben |
|---|---|---|
| Gerade | Ebener Zuschnitt ohne Abkantung | Länge × Breite |
| L-Form | Einfach abgekantet, ein Winkel | a, b + Winkel |
| U-Form | Zweifach abgekantet, Kappmatte | a, b, c |
| Z-Form | Versatz für Anschlüsse | a, b, c |
Wichtig ist der zulässige Biegerollendurchmesser nach DIN 488: Er richtet sich nach dem Stabdurchmesser der Matte, damit der Betonstahl beim Kalten Biegen nicht überbeansprucht wird. Diese Werte gibt der Biegebetrieb vor – in der Biegeliste genügt die Angabe der Formmaße.
Gewichte für die R-Matten Biegeliste berechnen
Für Bestellung, Kalkulation und Transport benötigt die R-Matten Biegeliste Gewichtsangaben. Das Flächengewicht der Standard-Lagermatten ist genormt und lässt sich mit der Zuschnittfläche multiplizieren:
| Mattentyp | Längsstahl Ø | Flächengewicht (kg/m²) |
|---|---|---|
| R257A | 7,0 mm | 3,02 |
| R335A | 8,0 mm | 3,95 |
| R424A | 9,0 mm | 5,00 |
| R513A | 10,0 mm | 6,05 |
Das Positionsgewicht ergibt sich aus Flächengewicht × Zuschnittfläche × Stückzahl. Für Verschnitt bei abgekanteten Formen sollten Sie einen Zuschlag berücksichtigen. Wie Gewichte generell aus Durchmesser und Länge abgeleitet werden, erläutert unser Beitrag zum Betonstahl-Gewicht pro Meter. Zuschnitt und Abkantung erledigt anschließend unser Service für Biegen und Schneiden.
Häufige Fehler beim Erstellen der Biegeliste
Die meisten Reklamationen entstehen nicht durch falsche Statik, sondern durch unklare Listen. Typische Fehler sind: fehlende Tragrichtung, verwechselte Rohmaße, uneindeutige Positionsnummern und fehlende Revisionsstände. Prüfen Sie vor der Freigabe, ob jede Position eine Biegeformskizze besitzt und ob Gesamtstückzahl und Gesamtgewicht zur Materialliste passen. Eine sauber erstellte Bewehrung spart auf der Baustelle erhebliche Zeit.
Häufige Fragen zur R-Matten Biegeliste
Braucht man für gerade R-Matten überhaupt eine Biegeliste?
Für flach eingebaute Lagermatten genügt meist eine Materialliste mit Typ und Stückzahl. Sobald Matten abgekantet, gekappt oder zugeschnitten werden, ist eine R-Matten Biegeliste mit Biegeformen erforderlich.
Wie wird die Tragrichtung in der Biegeliste dokumentiert?
Da R-Matten nach DIN 488 einachsig tragen, wird die Richtung des stärkeren Längsstahls in der Biegeformskizze durch einen Pfeil oder Vermerk eindeutig gekennzeichnet, damit der Einbau lagerichtig erfolgt.
Welche Norm regelt die Darstellung der Biegeformen?
Die Biegeformen und ihre Bemaßung folgen DIN EN ISO 3766, die Stahlsorten und Eigenschaften des Betonstahls regelt DIN 488.
Welche Stahlsorte haben R-Matten?
R-Lagermatten bestehen aus kaltverformtem oder warmgewalztem Betonstahl der Sorte B500A bzw. B500B mit einer Streckgrenze von 500 N/mm².
Fazit
Eine R-Matten Biegeliste erstellen Sie normgerecht, wenn jede Position Biegeform, Maße, Tragrichtung und Gewicht eindeutig ausweist. So wird die einachsig tragende Bewehrung nach DIN 488 lagerichtig und ohne Rückfragen gefertigt. Passende Matten und Zuschnitte finden Sie in unserem Sortiment für Bewehrungsstahl.
Weiterfuehrende Quellen: Betonstahl (Wikipedia), Bewehrung im Stahlbetonbau. r-matten biegeliste erstellen: anleitung nach din 488 erhalten Sie bei der Bewehrungsstahl Deutschland GmbH normgerecht nach DIN 488.

