Bewehrung Kellerwand – Beidseitige Matten, Stabdurchmesser und Erddruckbewehrung normgerecht ausführen
Kellerwände tragen Erddruck, Wasserlasten und Gebäudelasten ab. Wir erklären, warum die Bewehrung der Kellerwand beidseitig aus Matten B500B erfolgt, welche Durchmesser und Abstände typisch sind und wie Sie Material auf Maß bestellen.

Bewehrung Kellerwand: Beanspruchungen und Normgrundlage
Die Kellerwand (auch Untergeschosswand oder erdberührte Wand) ist eines der am stärksten beanspruchten Bauteile im Hochbau. Sie muss gleichzeitig:
- Erddruck aus dem anstehenden Erdreich horizontal aufnehmen und als Plattenbiegung in Boden und Decke ableiten
- Gebäudelasten aus den darüber liegenden Geschossen vertikal weitertragen
- Wasserdrucklasten bei hohem Grundwasserspiegel (WU-Beton-Anforderungen nach DAfStb-Richtlinie)
- Temperaturzwangkräfte durch Schwindung des Betons und Temperaturunterschiede
Diese mehraxiale Beanspruchung macht die Bewehrung der Kellerwand konstruktiv anspruchsvoll. Normgrundlage ist DIN EN 1992-1-1 (Eurocode 2) in Verbindung mit dem nationalen Anhang sowie DIN 488 für den Bewehrungsstahl. Bei wasserundurchlässigen Kellerwänden (WU-Konstruktionen) gelten zusätzlich die Anforderungen der DAfStb-WU-Richtlinie, die besondere Mindestbewehrungen gegen Rissbildung vorschreibt.
Welche Bewehrung für die Kellerwand?
Stahlsorte: B500B Betonstabstahl und Matten
Für die Kellerwand werden überwiegend Baustahlmatten aus B500B eingesetzt – sowohl als Lagermatten (R-Matten, Q-Matten) als auch als individuell gefertigte Listenmatten. Im Gegensatz zur Bodenplatte, bei der reine Q-Matten dominieren, kommen bei der Kellerwand häufig R-Matten (Rechteckmatten) zum Einsatz, da die Wandbewehrung in Vertikalrichtung (Hauptbewehrung gegen Erddruck) höhere Stahlquerschnitte erfordert als in Horizontalrichtung (Querbewehrung / Mindestbewehrung).
Beidseitige Bewehrung – Innen- und Außenlage
Erdberührte Kellerwände werden in aller Regel beidseitig bewehrt – eine Bewehrungslage auf der Erdseite (Außenlage) und eine auf der Raumseite (Innenlage). Dieser zweilagige Aufbau ist notwendig, weil die Wand je nach Beanspruchungsfall in beide Richtungen biegen kann (z. B. Erddruck von außen, aber auch Keller-Überdruck oder Temperaturlast von innen):
- Außenlage (erddruckseitig): Hauptbewehrung vertikal, typisch ø 10–16 mm im Abstand 15–20 cm. Betondeckung außen cnom = 4–5 cm (Expositionsklasse XC2/XC3 für erdberührt).
- Innenlage (raumseitig): Querbewehrung oder Druckbewehrung, typisch ø 8–12 mm, Abstand 15–25 cm. Betondeckung innen cnom = 2–3 cm (Expositionsklasse XC1).
- Abstandhalter / Querstäbe: Zwischen den Matten sorgen Abstandhalter für den Mindestabstand der Lagen und die vorgeschriebene Betondeckung.
Typische Mattentypen und Durchmesser
| Wanddicke | Außenlage (Erddruck) | Innenlage | Typischer Mattentyp |
|---|---|---|---|
| 20 cm (leicht belastet) | ø 10 mm, a = 20 cm vertikal | ø 8 mm, a = 20 cm | R 257 / Q 188 |
| 25 cm (Standard EFH) | ø 12 mm, a = 15 cm vertikal | ø 10 mm, a = 20 cm | R 385 / Q 257 |
| 30 cm (MFH, Gewerbe) | ø 14 mm, a = 15 cm vertikal | ø 12 mm, a = 15 cm | R 524 / Q 335 |
| ab 35 cm (tiefe Keller) | ø 16 mm, a = 12,5 cm vertikal | ø 12–14 mm, a = 15 cm | Listenmatte nach Plan |
Anschlussbewehrung: Wand–Boden und Wand–Decke
Besondere Aufmerksamkeit erfordert die Anschlussbewehrung an Bodenplatte bzw. Fundament (unten) und an die Kellerdecke (oben). Hier müssen Bewehrungsstäbe aus dem Fundament in die Kellerwand übergehen (Stützenstarter-Prinzip), mit ausreichender Übergreifungslänge l0. Ebenso muss die Wandbewehrung oben in die Deckenplatte eingebunden werden. Diese Anschlüsse sind stets dem Bewehrungsplan zu entnehmen und präzise nach Biegeliste auszuführen.
Mindestbewehrung für WU-Kellerwände (Rissbreitenbeschränkung)
Bei wasserundurchlässigen Kellerwänden (WU-Beton) schreibt die DAfStb-WU-Richtlinie eine erhöhte Mindestbewehrung zur Rissbreitenbeschränkung vor. Ziel ist es, Rissbreiten ≤ 0,2 mm (Beanspruchungsklasse 1) sicherzustellen. Dies führt häufig zu einem engeren Stababstand oder größeren Durchmessern als die reine Erddruckbemessung ergeben würde. Der Statiker berechnet die erforderliche Mindestbewehrung je Lage und gibt sie im Bewehrungsplan an.
Mengenermittlung für die Kellerwand-Bewehrung
Die Materialmenge ergibt sich aus der Wandfläche (Umfang × Wandhöhe) multipliziert mit dem Mattengewicht je m² für beide Lagen, zuzüglich Überlappungszuschlägen (50–60 cm je Mattenstoß) und Anschlussstäben. Öffnungen (Fenster, Türen) reduzieren den Bedarf, erfordern aber zusätzliche Eckstäbe und Stürzbewehrung. Nutzen Sie unsere Durchmesser-Gewichtstabelle → zur Kalkulation oder senden Sie uns Ihre Pläne direkt über unser Kontaktformular →.
Auf Maß geliefert – Listenmatten und Stabstahl für Kellerwände
Standardmatten passen selten exakt zu den Geschosshöhen und Wandlängen eines Kellers. Als spezialisierter Lieferant für Bewehrungsstahl konfektionieren wir Listenmatten nach Ihrem Bewehrungsplan – exakt auf Wandhöhe und -breite zugeschnitten, mit den richtigen Stabdurchmessern in Längs- und Querrichtung. Das vermeidet Verschnitt und beschleunigt die Verlegung erheblich. Auch Anschlussstäbe, Eckstäbe und Bügel für Wandöffnungen liefern wir nach Biegeliste über unseren Biege- und Schneideservice →.
Häufige Fragen zur Bewehrung Kellerwand
Muss eine Kellerwand immer beidseitig bewehrt werden?
Welche Betondeckung ist für eine Kellerwand auf der Erdseite einzuhalten?
Welche Matten sind für Kellerwände besser geeignet – Q-Matten oder R-Matten?
Weiterführende Informationen: Bewehrungsstahl → · Baustahlmatten → · Q- und R-Matten Übersicht → · Kontakt →
Bewehrungsmatten für Ihre Kellerwand – beidseitig, auf Maß, termintreu
Listenmatten nach Wandhöhe, Anschlussstäbe und Bügel für Öffnungen – konfektioniert nach Ihrem Bewehrungsplan und deutschlandweit auf Ihre Baustelle geliefert.
Weiterführende Quellen: Betonstahl (Wikipedia), Bewehrung im Stahlbetonbau. Bewehrungsstahl erhalten Sie bei der Bewehrungsstahl Deutschland GmbH normgerecht nach DIN 488 – projektbezogen und bundesweit geliefert.