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Faserbeton & Stahlfasern für Beton

Faserbewehrung

Faserbeton & Stahlfasern für Beton

Stahlfasern und Kunststofffasern verbessern die Zug- und Biegezugfestigkeit von Beton – ideal für Industrieböden, Estrich, Tunnelschalen und Betonfertigteile. Erfahren Sie, welche Fasertypen es gibt, wie die Dosierung erfolgt und wann Faserbewehrung sinnvoll ist.

DIN EN 14889 konforme Fasern B2B-Lieferung deutschlandweit Technische Beratung inklusive
Stahlbeton-Stützen auf der Baustelle

Was ist Faserbeton?

Faserbeton (auch Stahlfaserbeton oder Kunststofffaserbeton) ist ein Verbundwerkstoff, bei dem kurze Fasern gleichmäßig in die Betonmischung eingebracht werden. Die Fasern wirken risshemmend, erhöhen die Energieabsorption und verbessern das Verhalten unter dynamischer Belastung.

Im Gegensatz zur konventionellen Stabbewehrung aus Betonstahl B500B verteilt sich die Faserbewehrung dreidimensional im gesamten Querschnitt. Dadurch entstehen keine bevorzugten Rissebenen. Besonders bewährt hat sich der Einsatz bei:

  • Industrieböden und Hallenfußböden mit hoher mechanischer Beanspruchung
  • Estrichen zur Rissminimierung und Erhöhung der Schlagzähigkeit
  • Tunnelschalen und Spritzbeton nach DIN EN 14487
  • Betonfertigteilen (z. B. Rohre, Schächte, Wandplatten)
  • Fundamentplatten in Kombination mit konventioneller Bewehrung für Industrieböden

Die normativen Grundlagen für Stahlfaserbeton in Deutschland liefern DIN EN 14889-1 (Stahlfasern) und DIN EN 14889-2 (Kunststofffasern) sowie das DBV-Merkblatt Stahlfaserbeton.

Fasertypen im Überblick

Je nach Anforderung kommen unterschiedliche Faserarten zum Einsatz. Die Wahl beeinflusst Dosierung, Verarbeitbarkeit und mechanische Kennwerte.

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Gezogene Stahlfasern (Typ I)

Aus gezogenem Stahldraht; gute Haftung durch gekröpfte, gewellte oder hakenförmige Enden. Hohe Zugfestigkeit ≥ 1 000 MPa. Bevorzugt in Industrieböden und Fundamentplatten.

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Geschnittene Stahlfasern (Typ II)

Aus Stahlblech gestanzt oder geschnitten; glatte oder profilierte Oberfläche. Kostengünstig, gut dosierbar. Einsatz in Spritzbeton und Fertigteilen.

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Schmelzextrahierte Fasern (Typ III)

Aus Stahlschmelze gezogen; unregelmäßige Oberfläche mit hohem Formschluss. Hohe Duktilität; geeignet für Tunnelbau und Sonderanwendungen.

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PP-Kunststofffasern (Monofilament)

Polypropylen-Monofilamente, ∅ 0,01–0,04 mm; reduzieren plastisches Schwinden und erhöhen die Feuerbeständigkeit. Primär in Estrich und Tunnelspritzbeton.

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PP-Makrofasern

Größere Kunststofffasern (Länge 30–65 mm); teilweiser Ersatz von Stahlfasern in nicht-tragenden Anwendungen. Korrosionsfrei, leicht.

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Hybride Fasersysteme

Kombination aus Stahl- und Kunststofffasern; Stahlfasern übernehmen die Tragfunktion, PP-Fasern verhindern frühes plastisches Schwinden. Optimales System für anspruchsvolle Böden.

Dosierungstabelle Stahlfasern & Kunststofffasern

Die folgenden Richtwerte basieren auf gängigen Praxisempfehlungen. Die genaue Dosierung ist stets durch den Planer bzw. Tragwerksplaner festzulegen.

FasertypLänge (mm)Dosierung (kg/m³)Typischer Einsatz
Stahlfaser, hakenförmig (Typ I)35–6020–40Industrieboden, Bodenplatte
Stahlfaser, gewellt (Typ I)30–5025–50Hallenboden, Fertigteil
Stahlfaser, geschnitten (Typ II)25–6020–35Spritzbeton, Schacht
PP-Monofilament6–180,6–1,5Estrich, Tunnelbau
PP-Makrofaser30–653–8Nichttragende Platten, Estrich
Hybridmix (Stahl + PP)Stahl 35–50, PP 12Stahl 20–30 + PP 0,9Hochbeanspruchter Industrieboden
Hinweis: Faserbewehrung ersetzt die statische Bewehrung aus Betonstahl nicht generell. Ob und in welchem Umfang Faserbeton als alleinige Bewehrung zulässig ist, muss der verantwortliche Tragwerksplaner auf Basis einer statischen Berechnung gemäß DIN EN 1992-1-1 und den nationalen Zulassungen festlegen. Für tragende Bauteile ist in der Regel eine Kombination mit konventioneller Bewehrung erforderlich.

Einbau und Verarbeitung von Faserbeton

Mischung

Fasern werden portionsweise in den Frischbeton eingebaut – entweder im Fertigmischer oder direkt in die Fahrmischtrommel. Klumpenbildung durch Zugabe in kleinen Mengen vermeiden.

Transport

Frischbeton mit Fasern muss zügig verarbeitet werden. Lange Liegezeiten erhöhen den Wasseranspruch. Konsistenz nach Slump-Test (DIN EN 12350-2) prüfen.

Einbau

Vibration wie bei herkömmlichem Beton. Kein Überrütteln, da Fasern sonst sedimentieren. Oberfläche sofort nach dem Einbau abglätten (Hallenboden).

Nachbehandlung

Regelgerechte Nachbehandlung nach DIN EN 13670 einhalten. Frühzeitiges Austrocknen erhöht das Rissrisiko; Curing-Maßnahmen (Folie, Curing-Compounds) anwenden.

Häufige Fragen zu Faserbeton & Stahlfasern

Kann Faserbeton die Mattenbewehrung vollständig ersetzen?
In vielen Fällen nein. Bei tragenden Platten und Wänden ist eine statische Bemessung nach DIN EN 1992 erforderlich. Nur bei bestimmten Anwendungen (z. B. nicht statisch belasteten Industrieböden) kann eine reine Faserbewehrung nach bauaufsichtlicher Zulassung zulässig sein. Wir empfehlen immer die Rücksprache mit dem Tragwerksplaner. Für Baustahlmatten besuchen Sie unsere Seite Baustahlmatten.
Welche Norm gilt für Stahlfasern in Deutschland?
Stahlfasern für Beton sind in DIN EN 14889-1 genormt. Kunststofffasern fallen unter DIN EN 14889-2. Für die Bemessung von Stahlfaserbetontragwerken wird das DBV-Merkblatt Stahlfaserbeton sowie DIN EN 1992-1-1 in Verbindung mit nationalen Zulassungen herangezogen.
Wie beeinflusst die Faserdosierung die Verarbeitbarkeit?
Höhere Faserdosierungen (> 40 kg/m³ Stahlfasern) erhöhen den Wasseranspruch des Frischbetons und können die Konsistenz reduzieren. In solchen Fällen wird der Einsatz eines Fließmittels (Betonverflüssiger nach DIN EN 934-2) empfohlen. Der Fasermix sollte vorab im Eignungsversuch geprüft werden.
Rostet Stahlfaserbeton?
Stahlfasern an der Betonoberfläche können oberflächlich verrosten („Rost-Spots“). Dies ist ein rein optisches Phänomen und beeinträchtigt die Tragfähigkeit nicht, sofern die Betondeckung ausreichend ist. In chloridexponierten Umgebungen (Expositonsklasse XD, XS) sind verzinkte oder Edelstahlfasern zu bevorzugen. Weitere Informationen zu Korrosionsschutz finden Sie auf unserer Seite Bewehrung für Industrieböden.

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Weiterführende Quellen: Betonstahl (Wikipedia), Bewehrung im Stahlbetonbau. Faserbeton & Stahlfasern erhalten Sie bei der Bewehrungsstahl Deutschland GmbH normgerecht nach DIN 488 – projektbezogen und bundesweit geliefert.

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