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R-Matten Stoßlänge und Übergreifung nach DIN 488

Bewehrungsmatten auf der Baustelle
R – Bewehrungsstahl Deutschland

Die R-Matten Übergreifung entscheidet darüber, ob zwei aneinanderstoßende R-Lagermatten ihre Zugkräfte sicher übertragen. Weil R-Matten nach DIN 488 einachsig tragend ausgeführt sind – mit starkem Längsstahl in Tragrichtung und schwacher Querbewehrung – muss die Stoßlänge in der tragenden Richtung besonders sorgfältig festgelegt werden. Ein zu kurzer Übergreifungsstoß führt zu Rissen, im Extremfall zum Verlust der Tragfähigkeit. Dieser Beitrag erklärt, wie Sie die R-Matten Übergreifung normgerecht bemessen und welche Unterschiede zwischen Tragrichtung und Querrichtung bestehen.

Was bedeutet Übergreifung bei R-Matten?

Bei Stahlbetonbauteilen werden Zugkräfte von einer Bewehrung in die nächste über einen Übergreifungsstoß übertragen: Zwei Stäbe bzw. Matten liegen auf einer bestimmten Länge parallel, und die Kraft wandert über den umgebenden Beton von Stahl zu Stahl. Diese Länge ist die Stoßlänge. Bei der R-Matten Übergreifung unterscheidet man den Stoß in Tragrichtung (Längsstäbe) vom Stoß quer dazu. Da R-Matten einachsig tragen, ist der Stoß in Tragrichtung der statisch maßgebende. Grundlagen zu Betonstahleigenschaften finden Sie in unserem Beitrag zu Betonstahl nach DIN 488.

R-Matten Übergreifung: Stoßlänge in Tragrichtung

In der Tragrichtung liegen die dicken Längsstäbe. Die erforderliche Stoßlänge hängt von mehreren Faktoren ab, die der Tragwerksplaner nach DIN EN 1992-1-1 (Eurocode 2) in Verbindung mit DIN 488 ansetzt:

  • Stabdurchmesser des Längsstahls der Matte
  • Betonfestigkeitsklasse (z. B. C20/25, C25/30)
  • Verbundbedingungen (gut oder mäßig)
  • Anteil der im Stoß gestoßenen Stäbe
  • vorhandene Betondeckung und Stababstand

Als praktische Größenordnung liegt die Übergreifungslänge häufig im Bereich des 40- bis 60-fachen Stabdurchmessers, immer aber nach rechnerischem Nachweis. Zusätzlich fordert die Norm eine Mindestanzahl an Querstäben innerhalb der Stoßlänge, damit sich die Bewehrung verzahnt. Die konkreten Werte gehören in die Ausführungsplanung – überschlägige Faustwerte ersetzen keinen Nachweis.

R-Matten Übergreifung quer zur Tragrichtung

Quer zur Tragrichtung liegen bei R-Matten die dünneren Querstäbe. Sie übernehmen vor allem Verteilungs- und Konstruktionsfunktionen. Der Querstoß darf daher in der Regel kürzer ausfallen als der tragende Längsstoß – oft genügt ein Übergreifen von ein bis zwei Maschenweiten. Dennoch muss auch hier ein Mindestmaß eingehalten werden, damit die Fläche geschlossen bleibt. Verwechseln Planer oder Verleger Trag- und Querrichtung, wird der schwache Stoß versehentlich zum tragenden – eine der häufigsten Fehlerquellen beim Verlegen von Lagermatten.

Regeln für den Übergreifungsstoß auf der Baustelle

Für die saubere Ausführung der R-Matten Übergreifung gelten einige praktische Grundsätze:

  • Matten satt aufeinander stoßen, nicht mit Lücke – die Stäbe müssen sich verzahnen.
  • Stöße möglichst in Bereiche geringerer Beanspruchung legen (z. B. nicht in Feldmitte bei maximalem Moment).
  • Stöße benachbarter Matten versetzen, um eine Häufung in einem Querschnitt zu vermeiden.
  • Übergreifung durch Rödeldraht sichern, damit die Lage beim Betonieren erhalten bleibt.
  • Die Betondeckung auch im Stoßbereich mit Abstandhaltern einhalten.

Zuschnitt und Anpassung der Matten für passgenaue Stöße übernimmt unser Service für Biegen und Schneiden. Das passende Mattensortiment finden Sie unter Baustahlmatten.

Häufige Fragen zur R-Matten Übergreifung

Wie lang muss die R-Matten Übergreifung sein?

Die Stoßlänge wird rechnerisch nach Eurocode 2 und DIN 488 bestimmt und hängt von Stabdurchmesser, Betonfestigkeit und Verbundbedingungen ab. In Tragrichtung liegt sie oft beim 40- bis 60-fachen Stabdurchmesser, ist aber stets nachzuweisen.

Ist der Längs- oder der Querstoß maßgebend?

Bei einachsig tragenden R-Matten ist der Stoß in Tragrichtung (Längsstäbe) statisch maßgebend. Der Querstoß darf in der Regel kürzer ausfallen.

Muss die Betondeckung im Stoßbereich eingehalten werden?

Ja. Im Übergreifungsbereich liegen zwei Lagen übereinander; die Betondeckung zur Bauteiloberfläche muss trotzdem vollständig sichergestellt sein, sonst leidet der Korrosionsschutz.

Darf man R-Matten stumpf stoßen statt zu übergreifen?

Ein reiner Stumpfstoß überträgt keine Zugkräfte. In tragenden Bereichen ist immer ein Übergreifungsstoß oder eine andere nachgewiesene Stoßverbindung erforderlich.

Fazit

Eine korrekte R-Matten Übergreifung unterscheidet konsequent zwischen der tragenden Längsrichtung und der Querrichtung. Die Stoßlänge folgt dem rechnerischen Nachweis nach DIN 488 und Eurocode 2, die Ausführung sichert Verzahnung und Betondeckung. So bleibt die einachsig tragende Bewehrung voll wirksam. Passende Bewehrungsstahl-Produkte liefern wir projektbezogen.

Weiterfuehrende Quellen: Betonstahl (Wikipedia), Bewehrung im Stahlbetonbau. R erhalten Sie bei der Bewehrungsstahl Deutschland GmbH normgerecht nach DIN 488.

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